Kurs auf Shared Finance: Mehr Macht für Kunden durch Identität und Autorisierung

30.10.2023
-Minuten Lesezeit
Headshot of Adam Rusbridge Ping Identitys Senior Product Manager
Senior Product Manager

Was ist Shared Finance?

Forrester Research hat Shared Finance folgendermaßen definiert: „Jede Situation, in der eine Person die Funktion eines Beobachters, Partners oder Bevollmächtigten für die Finanzen einer anderen Person übernimmt“ (Forrester, 2021). Sehr eingängige Beispiele, die darunter fallen, sind gemeinsame Girokonten und Kreditkarten. Diese sind sehr verbreitet und werden den Kunden von den meisten, wenn nicht sogar allen Finanzinstituten angeboten. In Wirklichkeit deckt der Begriff Shared Finance noch viele weitere Anwendungsfälle ab, die weiter über die typischen gemeinsamen Finanzen für Ehepaare hinausgehen. Hier einige Beispiele: Eltern-Kind-Finanzen, finanzielle Co-Elternschaft zwischen getrennt lebenden oder geschiedenen Personen mit einem gemeinsamen Kind, Verwalten von Konten für ältere Verwandte durch Bevollmächtigte, Gemeinschaftskonten von Mitbewohnern, um gemeinsame Rechnungen wie Miete und Versorgungsleistungen zu teilen, und vieles mehr. Viele dieser finanziellen Beziehungen sind weniger klar abgegrenzt, sie gewähren verschiedenen Nutzern unterschiedliche Zugangsrechte und ihre Dauer kann von Monaten bis zu Jahren reichen.

 

Jeder dieser Anwendungsfälle kann sowohl für die Kunden als auch für die Finanzdienstleister von Nutzen sein, aber diese neue Form der Verwaltung von Finanzmitteln bringt auch eine Reihe von Herausforderungen für die Kunden wie auch für die Finanzinstitute mit sich.

FinTech-Innovationen in Shared Finance

Aktuell sind die FinTech-Unternehmen bei der Bereitstellung von Finanzprodukten klar im Vorteil. Der FinTech-Sektor hat viele Innovationen im Bereich der Shared Services eingeführt, die ein hervorragendes Nutzererlebnis bieten und Einzelpersonen auch dann das Erreichen gemeinsamer finanzieller Ziele erlauben, wenn sie ihre Konten lieber getrennt halten möchten. Mit der beliebten App „Honeydue“ können Paare beispielsweise gemeinsame Haushaltsbudgets und Ausgaben organisieren, während jeder Einzelne seine eigenen Ausgaben in einem separaten Bereich verwaltet. „GoHenry“ ist ein Tool-Set, mit dem Eltern ihren Kindern den Umgang mit Geld beibringen können, indem sie ihnen flexible Grenzen und Ziele für eine Prepaid-Debitkarte vorgeben. Es hilft Kindern und Jugendlichen bei dem Erringen finanzieller Unabhängigkeit und regt ihren Intellekt durch spielerische Geldmissionen an, die ihre Finanzkenntnisse fördern. Die Spar-App „Circle“ ermöglicht es mehreren Personen, für kollektive Vorhaben zu sparen und diese aus einer gemeinschaftlichen Geldbörse zu finanzieren. So können Mehrgenerationen-Familien, Freundesgruppen und andere Nutzerkreise ihre Ressourcen für gemeinsame Sparziele zusammenlegen.  

 

Diese Tools können, wie viele andere beliebte Apps für die persönliche Finanzverwaltung, mit bestimmten Online-Banken oder Neobanken verknüpft sein, nicht selten handelt es sich aber um unabhängige Anwendungen. In diesen Fällen stützen sie sich auf Verbindungen zu Finanzkonten, in denen das Geld verwahrt wird und die zumeist bei traditionellen Finanzinstituten untergebracht sind. So gesehen stellen diese Anwendungen dann Komponenten eines größeren finanziellen Ökosystems dar. Während die FinTech-Tools den Weg für Shared Finance ebnen, haben auch traditionellere Finanzdienstleister das Potenzial, Kunden zu gewinnen und innovative Lösungen für die Probleme gemeinsamer Finanzierungen anzubieten – sei es über die Partnerschaft mit einem innovativen Unternehmen der FintTech-Community oder durch das Entwickeln einer eigenen Lösung.

Shared Finance und die Problematik der Identität

Angesichts der Zunahme dieser Anwendungsfälle sollten wir darüber im Klaren sein, dass das Identitätsmanagement im Kontext von Finanzdienstleistungen äußerst komplex sein kann. Ein einzelner Kunde besitzt nur eine Identität, hat aber unter Umständen Zugang zu mehreren Konten mit jeweils unterschiedlichen Berechtigungen. So kann ein Kunden gleichzeitig Zugriff auf ein Einzelkonto wie auch zu mehreren gemeinsamen Konten nehmen: Das kann ein gemeinsames Bankkonto mit einem Lebensgefährten sein, die Aufsicht über das Konto eines Minderjährigen, eine Vollmacht für das Konto eines älteren Elternteils oder auch ein Geschäftskonto für ein eigenes, kleines Unternehmen. Ebenso können Rentenkonten, Sparkonten und Anlagekonten darunter sein. Einige Banken versuchen, dieses Problem dadurch zu lösen, dass sie separate Identitäten für unterschiedliche Kontexte anlegen. Diese Lösung ist leider suboptimal, da sie sowohl für das Unternehmen als auch für den Kunden schwer zu handhaben ist.

 

Außerdem gehen Kunden davon aus, dass sie diese Beziehungen dynamisch verwalten können. Sie erwarten in ihren digitalen Kanälen außerdem ein ausgezeichnetes Online-Erlebnis, da sie immer weniger bereit sind, eine Filiale aufzusuchen, um diese Vereinbarungen zu aktualisieren. Sie wünschen sich stattdessen Selfservice-Mechanismen, mit denen sie den Zugang delegieren und die Einstellungen und Genehmigungen für die gemeinsame Kontonutzung verwalten können. Hier ist in der Tat der Endnutzer (bzw. der Kunde) der Verwalter dieser gemeinsamen Einstellungen.

 

Aus Sicht des Identitäts-und Access-Managements erhalten verschiedene Benutzer Berechtigungen für Konten. Mit diesen Berechtigungen erhalten verschiedene Benutzern bestimmte Optionen: So kann z. B. ein Kind die Erlaubnis erhalten, Transaktionen bis zu einem bestimmten Tageswert durchzuführen, aber nicht darüber hinaus, oder ein Familienmitglied darf bestimmte Aktionen auf dem Konto eines älteren Elternteils vornehmen.

 

Dies bedeutet im Endeffekt, dass ein einziger Kunde Zugang zu mehreren Konten haben kann, für die jeweils eigene Zugangsregelungen gelten. Dies bedeutet zweierlei: Zum einen braucht das Unternehmen Transparenz, Konsistenz und Agilität bei der Verwaltung von Berechtigungen für alle Arten von Konten und andererseits benötigt der Kunde flexible Mechanismen um ad-hoc seinen spezifischen Wünschen entsprechend Veränderungen vornehmen zu können. 

Identität und Autorisierung: Verwalten von Shared Finance

Es ist die Identität des Nutzers, die diese Anforderungen bündelt. Finanzinstitute können in vielerlei Hinsicht von einer leistungsstarken Lösung für das Identitäts- und Access-Management profitieren, da diese mehr Komfort bei Omnichannel-Kundenerfahrungen und eine einheitliche Sicht auf den Kunden bietet. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Identität die digitalen Interaktionen zwischen einem Finanzinstitut, seinem Ökosystem von Partnern und seinen Kunden unterstützen kann.

 

Während die Identität bestimmt, um wen es sich handelt, hilft die Autorisierung den Zugriff und den Handlungsspielraum des Nutzers zu kontrollieren. Für ein erfolgreiches Handling von Shared Finance-Anwendungsfällen brauchen Unternehmen starke Mechanismen, die diese beiden Verfahren unterstützen. Das Identifizieren von Kunden und das Vereinheitlichen ihrer Erfahrungen über alle Kanäle und jede Art von Konto hinweg ist von entscheidender Bedeutung und führt zu mehr Kundenzufriedenheit, Loyalität und einem höheren Customer Lifetime Value. Eine präzise Abstimmung von Genehmigungen und Berechtigungen ist ebenso wichtig, wenn mehrere Arten von Konten und Shared Finance-Szenarien im Spiel sind.

Grundlagen schaffen für den Erfolg mit Shared Finance

Shared Finance, wie wir es heute verstehen, ist ein verhältnismäßig neues Konzept. Täglich treten neue Anwendungsfälle für verschiedene Arten von Shared Services auf den Plan. Der Bedarf an Werkzeugen dieser Art erwächst jedoch aus einem verstärkten Bewusstsein für finanzielles Wohlergehen. Die Erwartungen der Verbraucher steigen, und die Finanzinstitute müssen die von den Kunden geforderte Flexibilität aufbringen, wenn sie ihre Kunden halten wollen. Dies ist eine Herausforderung für Finanzdienstleister, kann sich aber auch als großartige Chance herausstellen, um Vertrauen und Loyalität zu stärken.

 

Identität und Autorisierung sind machtvolle Hebel, durch deren Einsatz die Finanzinstitute den Menschen helfen können, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Durch den Aufbau einer Infrastruktur, die Shared Finance unterstützt, können Unternehmen besser auf die sich ändernden Kundenbedürfnisse reagieren. Lösungen für das Identitäts- und Access-Management sind eine zentrale Voraussetzung für die Nutzung von Shared Finance.

 

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 Wannemacher, „Design Shared Finance Products To Drive Growth“. Forrester. 2021

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