Wie gut kennen Sie Ihre Kunden? Verifizierung der Identität für Finanzdienstleister

04.04.2023
-Minuten Lesezeit
Headshot of Maya Ogranovitch Scott Ping Identitys Solutions Architect
Senior Product & Solutions Marketing Manager

Gute Gründe für die Identitätsverifizierung bei Finanzdienstleistungen

Wissen Sie wirklich, wer Ihre Kunden sind? Das klingt wie eine Fangfrage, ist aber keine. Obwohl Unternehmen verpflichtet sind, ihre Kunden zu kennen (Know Your Customer, KYC) und Geldwäsche zu bekämpfen (Anti-Money Laundering, AML), ist der Grad der Gewissheit hinsichtlich der Identität eines Kunden nicht immer so hoch, wie er sein sollte. Identitätsdiebstahl ist ein allgegenwärtiges Problem, das Banken, Kreditgeber, Versicherungen und andere Finanzinstitute vor zahlreiche Herausforderungen stellt. Die Zahl der gemeldeten Fälle, in denen Betrüger mit gestohlene Identitätsdaten unter dem Namen des Opfers neue Bankkonten eröffnen, sind in den USA laut FTC im Jahr 2022 um 32% auf über 110.000 Fälle angestiegen, und in jedem dieser Fälle hatte der KYC/AML-Prozess der Bank versagt. Zeitgleich sind in Großbritannien die Fälle von Identitätsdiebstahl mit Kreditkartendaten, bei denen Kriminelle entweder eine neue Karte mit einer gestohlenen Identität beantragen oder ein echtes Konto mit guter Bonität übernehmen, nach Angaben von UK Finance im Jahr 2022 um 32% auf über 110.000 Fälle angestiegen, und in jedem dieser Fälle hatte der KYC/AML-Prozess der Bank versagt. Zeitgleich sind in Großbritannien die Fälle von Identitätsdiebstahl mit Kreditkartendaten, bei denen Kriminelle entweder eine neue Karte mit einer gestohlenen Identität beantragen oder ein echtes Konto mit guter Bonität übernehmen, nach Angaben von.

 

Diese Finanzverbrechen sind für Verbraucher und Finanzinstitute gleichermaßen kostspielig. Wenn Finanzdienstleister in solchen Szenarien die Identität ihrer Kunden nicht überprüfen können, hat das auch Auswirkungen auf ihre Reputation, daher ist ein geeignetes Vorgehen unerlässlich. 

Bekämpfen von Identitätsbetrug bei Finanzdienstleistungen

Die monetären Verluste durch Betrug lassen sich leichter beziffern als die Kosten einer Rufschädigung, und leider sind sie ziemlich hoch. Finanzdienstleister zahlen für jeden Dollar, den sie durch Betrug verlieren, 4 US-Dollar drauf, wobei der tatsächliche Betrag je nach Art des Unternehmens leicht variiert. Die Banken haben die größten Einbußen, dicht gefolgt von den Realkreditinstituten. Unabhängig von der Art der Institution sind die Kosten so hoch, dass Betrug auf jeden Fall verhindert werden muss, bevor ein Schaden entsteht.

 

Ping hat bereits in der Vergangenheit Artikel über einen integrierten Ansatz zur Betrugsbekämpfung und über Kontoübernahmen bei Finanzdienstleistern veröffentlicht wie auch darüber, wie man Verlusten durch Betrug und Social Engineering vorbeugen kann. Betrugsprävention ist eine Gesamtarchitektur, kein Einzelprodukt, denn verschiedene Arten von Betrug erfordern individuelle Ansätze. Dennoch kann der Identitätsnachweis ein leistungsstarkes Instrument im Werkzeugkasten eines Finanzinstituts sein, um sich gegen Neukontenbetrug, Antragsbetrug, Karten-ID-Diebstahl und Kontoübernahme zu schützen.

 

Durch das Einbinden hochwertiger Tools für die digitale Verifizierung der Identität kann ein Unternehmen sich selbst und seine Kunden schützen und gleichzeitig ein reibungsloses Kundenerlebnis bieten, mit dem er sicherstellt, dass sich die Benutzer wohl und gut geschützt fühlen.

Anwendungsfälle zur Identitätsüberprüfung entlang der gesamten Customer Journey

Der Einsatz der Identitätsverifizierung entlang der gesamten Customer Journey ermöglicht den Finanzdienstleistern das Verwalten der Risiken, die mit Finanzen, Identität und Compliance einhergehen. Während das Einbinden eines KYC-Prozesses logischerweise am Anfang eines Kunden-Onboarding steht und die Einhaltung von Vorschriften sicherstellt, sorgt der Identitätsnachweis in verschiedenen Phasen der Kundenbeziehung für das Entstehen von Mehrwert.

 

Kontoeröffnung

Wenn ein neuer Kunde zum ersten Mal mit einem Finanzinstitut in Kontakt tritt, ist die Überprüfung seiner Identität in der Regel ein Teil des Onboarding-Prozesses. Bei der Kontrolle der angegebenen Identität einer Kunden anhand eines offiziellen Dokuments, wie beispielsweise eines amtlichen Personalausweises oder Passes, sollte nicht nur ein Abgleich von Name und Gesicht auf dem Ausweis erfolgten, sondern auch eine Überprüfung der Gültigkeit des Dokuments selbst. Auf diese Weise sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betrüger ein Konto mit einer gestohlenen oder künstlichen Identität eröffnet, um ein Vieles, und das Finanzinstitut gewinnt Vertrauen in die Absichten des neuen Kunden.

 

Geld leihen

Wenn ein Kunde einen größeren Kredit wünscht, sollte dieser nicht ohne die Überprüfung seiner Identität gewährt werden. Manchmal sieht das Finanzinstitut den Kunden zum ersten Mal, so auch, wenn der Kunde eine Hypothek von über einen Kreditgeber beantragt, der nicht auch sein Hauptfinanzinstitut ist. In anderen Fällen ist der Kunde dem Kreditgeber vielleicht bekannt, aber betrügerischere Kreditanträge sind dennoch möglich, wenn das Konto von jemand anderem übernommen wird. Ganz gleich, ob die Identität des Kunden zum ersten Mal (wie im Falle einer Kontoeröffnung) oder erneut verifiziert wird, bevor er Zugang zu höheren Geldbeträgen erhält: die Überprüfung der Identität an diesem Punkt der Customer Journey kann die Entwendung von Geldern erheblich reduzieren.

 

Banküberweisungen

Kunden können sich aus einer Vielzahl von Gründen für das Überweisen hoher Beträge entscheiden, aber es immer eine gute Idee, ihre Identität zu prüfen, bevor die Übertragung erfolgt. Viele Finanzinstitute nutzen bereits eine Step-up-Authentifizierung und fordern eine MFA an, bevor sie große Überweisungen zulassen. Dennoch kann eine erneute Überprüfung der Identität des Nutzers zu diesem Zeitpunkt eine bessere Methode darstellen, um Betrügern das Handwerk zu legen. Dies schützt zwar nicht vor jeder Art von Betrug (weitere Hinweise dazu finden Sie in unserer Aufgliederung der Arten von Betrug und Social Engineering), aber der Identitätsnachweis ist ein sehr wirksames Mittel, um die betrügerischen Überweisungen aufzuhalten, die auf eine Kontoübernahme folgen.

 

Persönliches Einlösen von Schecks

Bei vielen Anwendungsfällen handelt es sich um rein digitale Interaktionen, aber der digitale Identitätsnachweis kann auch sehr effektiv sein, um bestimmte Arten von Betrug zu verhindern, die in Bankfilialen tagtäglich auftreten. Ob es sich bei den Personen, die einen Scheck einlösen möchte, nun um bestehende Kunden handelt oder nicht, ändert nichts daran, dass der Einsatz eines Tools zur Überprüfung der Legitimität ihrer Ausweisdokumente die Scheckbetrügereien in den Filialen größtenteils verhindern kann. Ping schätzt, dass eine Identitätsverifizierung, sofern sie korrekt implementiert ist, diese Art von Betrug um über 90% reduzieren kann.

 

Service und Support

Kunden können aus den unterschiedlichsten Gründen Unterstützung benötigen und eine Identitätsprüfung kann sicherstellen, dass der Mitarbeiter, der die Unterstützung leistet, nicht versehentlich einem Betrüger hilft, ein Finanzverbrechen zu begehen. Bei Vorgängen wie dem Zurücksetzen von Passwörtern, Call-Center-Diensten, Kontoauflösungen und Streitigkeiten muss unbedingt sichergestellt werden, dass die Person, die Unterstützung anfordert, identisch mit dem Kontoinhaber ist. Auf diese Weise werden die Kunden vor Kontoübernahmen geschützt und Betrüger gestoppt, bevor sie dauerhaften Schaden anrichten können.

 

Die Sorge für das finanzielle Wohlergehen der Kunden

Zu dieser weit gefassten Kategorie von Aktivitäten gehören z. B. die Eröffnung von Sparkonten für das Hochschulstudium, das Eröffnen, Erneuern oder Aktualisieren von Vermögensplänen und Investitionen sowie die Interaktion mit Partnerprogrammen. Wenn der Finanzdienstleister eine bestimmte Situation als entsprechend risikoreich einstuft, kann eine vorgeschaltete Überprüfung der Identität zum Schutz des Kunden wie auch des Finanzinstituts beitragen.

Best Practices für den Identitätsnachweis

In Anbetracht der resultierenden Risikominderung ist der Identitätsnachweis ein Muss für Finanzinstitute. Dennoch muss gesagt werden, dass nicht alle Lösungen gleich gut sind. Eine gute Lösung zur Verifizierung der Identität sollte es Ihnen ermöglichen, zwei Fragen schnell, zuverlässig und sicher zu beantworten: Existiert die Identität in der realen Welt und ist die Person, die den Nachweis erbringt, tatsächliche der Eigentümer dieser Identität? Der Verifizierungsprozess selbst sollte dem Kunden nicht lästig fallen. Idealerweise sollte sie in Echtzeit erfolgen und genauso einfach sein wie das persönliche Vorzeigen eines Ausweisdokuments bei einem Bankangestellten.

 

Biometrische Verfahren wie die Stimm- oder Gesichtserkennung sind ein wichtiger Bestandteil der Identitätsüberprüfung, allerdings sollte gesichert sein, dass die betreffenden Verfahren auf rassistische Ungleichbehandlung getestet wurden und tatsächlich Personen aller Hautfarben exakt abgleichen können, da einige der käuflich verfügbaren Lösungen dies nur unzureichend leisten. Die Lösung sollte in der Lage sein, die Gültigkeit aller amtlichen Ausweise zu überprüfen, unabhängig davon, ob es sich um einen physischen (z. B. einen Reisepass) oder einen digitalen Ausweis (z. B. einen mobilen Führerschein) handelt. Außerdem sollte ein gutes Tool für die Identitätsverifizierung in der Lage sein, das Gesicht des Nutzers mit dem Gesicht auf dem Dokument (unvoreingenommen) abzugleichen und eine Echtheitsprüfung durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit eines Betrugs zu verringern. Dieser Liveness Check verhindert Spoofing indem gesichert wird, dass es sich um eine lebende Person handelt, die zum Zeitpunkt der Überprüfung physisch anwesend ist.

 

Bei der Implementierung dieser Tools müssen Unternehmen gut abwägen, zu welchen Zeitpunkten des Kundenlebenszyklus der Prozess der Identitätsverifizierung integriert werden soll. Bei der Interaktion mit Finanzdienstleistern gehen die meisten Kunden bereits davon aus, dass sie ihre Identität mindestens einmal verifizieren müssen, aber selbst bei einem einfachen Verfahren sollte dies nicht zu häufig vorkommen. Die Identitätsverifizierung ist ein wertvoller Bestandteil des übergeordneten Prozesses für Betrugsbekämpfung und Risikomanagement. Sie funktioniert am besten, wenn sie mit anderen Tools zur Betrugserkennung, Authentifizierung und Autorisierung kombiniert wird. Dieser integrierte Ansatz ermöglicht es dem Finanzunternehmen, die Benutzer bei Bedarf herauszufordern, ohne sie mit unnötigen Sicherheitsmaßnahmen zu überfordern. Es braucht möglicherweise ein paar Probedurchgänge, um das richtige Gleichgewicht zu finden, aber es lohnt sich.

 

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